Vorwort

Ein Bedürfnis nach Verbundenheit zu anderen Lebewesen, als es der Mensch selbst ist. Dieses in dem Menschen steckende Bedürfnis wird durch die wachsende Industrialisierung und die Digitalisierung verdrängt. Es bekommt kaum Platz in der Entwicklung des Menschen. Um dieses tief in dem Menschen, somit natürlich auch in den Kindern und Jugendlichen, sitzende Urgefühl heraus zu kitzeln, dem Bedürfnis nachzugehen und Raum zu schaffen, zeigt sich die tiergestützte Intervention als das perfekte Mittel.

Wir haben tierische Alltagsbegleiter, die den Kindern und Jugendlichen eine ehrliche, wertfreie und unverfälschte Spiegelung ihrer selbst geben. Wie auch in unserem Leitbild beschrieben „Die Kinder und Jugendlichen sollen bei uns das Gefühl erhalten, rund um geschützt und gestützt zu sein“.

Ein tierischer Freund (Huhn, Hund oder Meerschweinchen) der einem zuhört, dem man alles erzählen kann, der einen gern hat und vor Ort ist, wenn man ihn braucht. Ein kleiner oder auch großer Begleiter, für den man sorgen muss, der einem Verantwortung lehrt, den Alltag und Sorgen vergessen lässt.

Soziale sowie emotionale Grundbedürfnisse werden durch unser tiergestütztes Angebot geweckt und angeregt. Wie geht es dem Tier heute? Warum reagiert es so auf mich? Was muss ich an meinem Verhalten ändern, damit das Tier in einen guten Kontakt zu mir geht?

Die Konzentrationsfähigkeit wird unterstützt (z.B. Was benötige ich zum Füttern? Wie gehe ich strukturiert vor beim Misten?).

Die Verantwortung für das eigene Handeln in der Interaktion mit einem Lebewesen zu übernehmen, die Wechselseitigkeit von Aktion und Reaktion zu erkennen, die Folgen des eigenen Handelns besser einschätzen zu können – all dieses kann angebahnt, erweitert und/oder gefestigt werden.

Die Kinder und Jugendlichen können ohne Beeinflussung durch den Erwachsenen ihre Gefühle an die Oberfläche kommen lassen, lernen sich diesen zu stellen, sie zu beherrschen oder zu überdenken. Durch unsere Tiere vor Ort, kann eine tiergestützte Intervention täglich und kontinuierlich auf unserem Gelände durchgeführt werden. Die dazu ausgebildete Mitarbeiterin, arbeitet durchgehend mit den Gruppen zusammen und unterstütz somit die pädagogische Arbeit der Gruppen.

Bei Neuaufnahmen, wird dieser ungestörte und wertfreie Ort als „Eisbrecher“ genutzt. Es wird ein ungestörter Wohlfühlort geschaffen, den die Kinder und Jugendlichen in Begleitung nutzen, leben und lieben lernen können.